
Unterhaltsamer Rundumschlag - Das eines der Bücher, die so einmal eine ganze Reise durch die Vergangenheit und Disziplinen macht.Ich bin nur ein Viertelwissender, also ist für mich ein Halbwissen schon eine Steigerung. Nun, es mag argumentativere Bücher geben oder unterhaltsamere. Aber es ist halt einfach, verständlich und locker geschrieben, dass es mir recht viel Spaß machte, es zu lesen. Das Ende wirkt banal. Aber wahrscheinlich genauso banal wie das Leben selbst.
Der Titel ist leider das beste - Angelockt durch den witzigen Titel habe ich mir das Buch spontan gekauft, aber ehrlich gesagt nicht zu Ende gelesen. Wer sich ein bißchen auskennt mit philosophischen und naturwissenschaftlichen Fragen, langweilt sich ab der ersten Seite. Und wer sich weniger auskennt, sollte besser Sofies Welt lesen. Das ist um Längen geistreicher und vor allem unterhaltsamer geschrieben. An diesem Werk dagegen ist der Titel das Witzigste, und der stammt nicht einmal von dem Autor selbst, wie er ehrlicherweise gleich am Anfang zugibt. Alles andere ist weder interessant geschrieben noch originell. Ich weiß jetzt immer noch nicht,wer ich bin, sondern nur, wieviel Geld ich für das Werk ausgegeben habe. Beim Aufräumen habe ich es gleich wieder entsorgt. Den einen Stern gebe ich für den immerhin löblichen Versuch, den anderen dafür, dass wenigstens kein Quatsch drinsteht.
Philisophische Reise durch eine interessante Welt voller Fragen! - Der Titel ist mir schon lange ins Auge gefallen, da ich ihn echt sehr witzig und originell finde. Normalerweise befasse ich mich nicht mit dem Thema Philosophie und nachdem ich Sofies Welt von Jostein Gaarder gelesen habe, dachte ich, dass ich nicht unbedingt weitere Bücher darüber lesen würde. Zwar fand ich auch Sofies Welt schön und die Geschichte hat einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen, aber es konnte mich nicht ganz für dieses Thema gewinnen. Und was Gaarder wohl anregen, aber nicht vertiefen konnte, hat Precht nun geschafft. Er konnte mich mit Wer bin ich und wenn ja, wie viele richtig für die Philosophie begeistern und interessieren. Mit den vielen bekannten Philosophen und ihren infrage stellen, wurde ich sehr zum Nachdenken angeregt und einiges werde ich wohl nun auch mit anderen Augen betrachten. Deswegen ist dies auch ein wertvolles Buch für mich geworden, eben weil dieses Fragen stellen echt Bedeutung bekommen hat, da ich persönlich (und da werde ich nicht die Einzige sein) vieles als normal und natürlich ansehe, ohne es zu hinterfragen.Außerdem ist dieses Buch fesselnd geschrieben und sehr interessant. Nie erschien es mir langweilig oder gab mir das Gefühl, an dieser Stelle hätte es kürzer sein können. Dabei wird hier keine Geschichte erzählt, sondern hier wird fast nur auf die Philosophie eingegangen. Aber auch andere Bereiche werden mit der Philosophie verbunden, wie Soziologie, Biologie, Psychologie, Theologie und Forschung, wobei der Autor immer verständlich bleibt. Ganz besonders geht er auf das Thema Hirnforschung ein und wirft auch auf diesem Gebiet viele Fragen auf, über die ich nie nachgedacht hätte, obwohl es sehr beeindrucknd auf mich gewirkt hat.Über bekannte Philosophen werden kurze Biografien eingebaut, welche meistens ein neues Kapitel einleitet, wie z.b. von Nietzsche, Descartes, Mach, Wittgenstein, Kandel, Schopenhauer, um nur einige bekannte zu nennen. Dabei hat Precht es geschafft, ein gutes Bild von ihrer Arbeit und ihrem Leben zu schaffen. Der Bekanntheitsgrad dieser Personen, bereicherte dieses Buch und es war informativ und lehrreich.Fragen, Antworten, Denken, Wahrnehmung, Wirklichkeit, Logik, Moral, Sinn, Verstand, Theorien sind z.B. einige Stichworte, mit dem sich dieses Buch befasst. Fragen wie Woher weiß ich, wer ich bin?, Was kann ich wissen?, Kann ich wollen, was ich will?, Was darf ich hoffen?, Hat das Leben einen Sinn? und noch viele weitere werden hier ausführlich behandelt. Der Anhang beinhaltet ein Literaturverzeichnis, welches zugrunde gelgte, zitierte, vertiefende und weiterführende Literatur zu den behandelten Fragen enthält. Dies kann den interessierten Leser behilflich sein, wenn er weitere Bücher über die Philosophie lesen möchte. Das hat Precht sehr übersichtlich und für jedes Kapitel extra gemacht, so dass man sofort weiß, welche Literatur für welches Thema und über welche Philosophen die richtige ist. Außerdem enthält das Buch ein überschaubares, alphabetisch geordnetes Personenregister, wo man nachsehen kann, wo diese Personen vorgekommen sind. Ich kann dieses Buch absolut weiter empfehlen, da ich auf lehrreiche Weise sehr gut unerhalten wurde.
Ein toller Precht? - Mit Verspätung wollte auch ich erfahren, was ein junger, gut aussehender Philosoph, Journalist und Romanschreiber Neues aus dem Reich der Hirnforschung zu erzählen hat. Denn immerhin wird im Klappentext angekündigt, der Bestsellerautor sei in den Neurowissenschaften auf dem neusten Stand und nehme seine Leser auf eine kluge, humorvolle und unterhaltsame Entdeckungsreise mit. Die überschwängliche Empfehlung von Elke Heidenreich trug wenig dazu bei, dass ich das Angebot annahm, da wir offenbar selten die gleichen Helden verehren. Wer bin ich? Auf die Frage aller Fragen umfassend Antworten zu bekommen, ist Reiz genug, in Prechts Buch zu schmökern. Gelohnt hat sich der Aufwand allerdings nur bedingt.Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Für diese drei Ordnungskategorien hat sich Richard David Precht entschieden, um seine Leser durch die gewaltige Stoffmenge zu führen. Zudem scannte er die Geistesgeschichte nach geeigneten Helfern durch, die dem Reiseleiter zudienen sollen. Aber da beginnt bereits das Problem. Selbst Teilnehmer, die schon vielen der zitierten Autoren zuhörten, werden Mühe haben, vor lauter Stimmengewirr noch klar denken zu können. Dabei wäre doch genau das die Absicht des Autors. Und so wurde ich das Gefühl schon bald nicht mehr los, Herr Precht wolle mir vor allem zeigen, welch toller Hecht er selber ist. Nun sagt Quantität bekanntlich wenig über Qualität aus. Und zur Beweisführung des eigenen Weltbildes sollte man nicht unbedingt Nobelpreisträger in den Zeugenstand rufen, die ihre Auszeichnungen vor einem halben Jahrhundert erhielten. Vor allem nicht, wenn es um ein Wissensgebiet geht, dessen Erforschung relativ jung ist. Philosophen, die meinen, in der Physik ebenso zu Hause zu sein wie in allen anderen Naturwissenschaften, überschätzen sich. Auch wenn ich interdisziplinäres Forschen wichtig finde, stößt mir mentale Rosinenpickerei auf, wenn mit dieser Methode suggeriert wird, die Wahrheit habe irgendetwas mit der Durchschnittsmenge verschiedener Ansichten zu tun. Selbst wenn der neue James Bond nicht mehr auf den klassischen Dry Martini schwört, sind mir einfache Drinks noch immer lieber als effektvoll inszenierte Mixgetränke mit unzähligen Zutaten. Ich glaube auch nicht, dass der Leser dieses Buches am Schluss weiß, was ihm Precht vorgesetzt hat. Gerade weil sich Richard David Precht so stolz auf die Hirnforschung beruft, sollte er wissen, was von seiner wilden Mixtur in den Köpfen hängen bleibt. Nämlich wenig bis nichts. Oder allenfalls der irrtümliche Glaube, man wisse nun Bescheid, wer man sei.Mein Fazit: Ganz ohne Zweifel verfasste der Autor ein Buch, das auf großes Interesse stößt. Aber das heißt noch nicht, er könne die geschürten Erwartungen auch wirklich erfüllen. Mir ist der Stil zu salopp, die Beweisführung zu fahrig und der Autor zu selbstverliebt, um das Buch mit der gleichen Begeisterung weiterzuempfehlen wie Elke Heidenreich und andere Fans von Richard David Precht. Vielleicht fehlen mir aber ganz einfach die richtigen Brillen, um das zu entdecken, was so viele zu überzeugen scheint. Drei Sterne betrachte ich als Verlegenheitsnote.
Ja, wieviele sind wir denn??? - Nun, dieses Buch ist ja momentan in aller Munde, belegt ja mittlerweile sogar Platz 1 der bestverkauften Sachbücher - ob es das zurecht tut, darüber kann man geteilter Meinung sein. Hier meine kleine Einschätzung zu diesem Buch:Ich musste das Buch sofort haben, als es mir das erste mal im Buchhandel in die Hände gefallen ist - eine philosophische Reise, welche leicht verständlich und auf spielerische Weise an die großen Fragen der Philosophie bzw. der Menschheit und des Menschseins heranführt - das klang ja enorm interessant und verlockend.Das Buch schließlich ist in drei große Themengebiete eingeteilt:Was kann ich wissen?Was soll ich tun?Was darf ich hoffen?Darunter ist das Buch in diverse Kapitel eingeteilt - so z.B. spezifischen Fragestellungen wie Was ist Sprache? unter dem Bereich Was kann ich wissen?`, oder Darf man Menschen töten? im Bereich Was soll ich tun? usw.Diese Fragen beleuchtet Precht nun ausführlich, die Qualität dieser Anschauungen, Beschreibungen und Erklärungen schwanken in seinem Buch allerdings enorm, so sind manche Kapitel wahnsinnig interessant, mit vielen Denkanstößen und interessanten Erkenntnissen - andere Kapitel lesen sich einfach nur fad, passen nicht in den Zusammenhang und sind schlicht und ergreifend langweilig.So hat das Buch viele Höhepunkte, aber auch einige schwache Stellen - viel zu oft gleichen sich die Kapitel in ihrem Schema: Zuerst wird eine berühmte Persönlichkeit vorgestellt (teilweise viel zu umfassend), dann die jeweiligen Thesen, Bemerkungen und Hauptgedanken hervorgehoben, um diese schließlich zu analysieren und einzuschätzen - das mag hin und wieder angebracht sein, zu oft ist das allerdings etwas anspruchslos, Herr Precht!Nun möchte ich es mit der Kritik nicht übertreiben, denn ich möchte das Buch trotz der offenkundigen Schwächen trotzdem als sehr lesenswert einstufen - Richard David Precht schafft es sehr gut, einen weiten Bogen zu spannen und neben wichtigen philosophischen Aspekten, auch die nicht unter den Tisch zu kehrende Wissenschaft, ganz im speziellen die Hirnforschung nicht auszulassen und über neue, teilweise verblüffende Erkenntnisse aus diesem Bereich zu berichten.Alles in allem ein schönes Büchlein, welches viel Wissenswertes enthält und zum Nachdenken anregt, mir hat es im Großen und Ganzen doch ziemlich gut gefallen Sicherlich ein guter Einstieg in die Welt der Philosophie - und dank des übersichtlichen Literaturverzeichnisses im Anhang des Buches weiß man gleich, was man lesen muss um sich zu dem einen oder anderen Thema weiter und tief greifender zu belesen.